It's the Genderdebatte in 2021 for me

15.03.2021

Es ist 2021 und irgendwo diskutiert immer noch irgendwer übers Gendern. Bei den einen leidet die Sprache, bei den anderen die Tradition und bei den meisten die männliche Befindlichkeit. Da helfen auch keine Studien, die beweisen, dass das generische Maskulinum nicht als geschlechtsneutral gelesen wird oder die Verständlichkeit bei gegenderten Texten nicht abnimmt. Dass Sprache Realität schafft und sich weiterentwickelt. Die Gegenargumente sind seit Jahren die gleichen, unabhängig ob sie Gewicht haben oder nicht, ob sie stimmen oder nicht, ob sie Sinn machen oder nicht. Und obwohl das Jahr 2010 so gerne seine Debatte wieder haben möchte, führt man sie in den Kommentarspalten dieses Landes immer und immer wieder. Dort schimpft man laut auf eine politisch korrekte "Snowflake"-Generation, während man wie ein trotziges Kleinkind in die Tasten haut, weil man "_innen" partout nicht an ein Wort hängen will. Dort wird der Untergang der deutschen Sprache herbeigeschrieben, als würde die weibliche Form jegliche Grammatik aus einer Satzstruktur saugen. Frei nach dem Motto: Da kann der Genetiv gleich sterben, wenn gegendert wird, ist eh schon alles verloren. Sicher, inhaltliche Konkretheit ist wichtig, ob der Baum jetzt eine Birke oder Eiche war, hat journalistische Bedeutung - aber Schülerinnen und Schüler? I choose you, 1950.

Man muss sich schon fragen, ob in zehn Jahren immer noch irgendwo irgendwer eine Wutrede gegen das Gendern halten muss. Vielleicht können es so manche bis dorthin endlich ziehen lassen. Oder man sucht sich etwas Neues, vor dem man sich fürchten kann, Englisch zum Beispiel.